Sächsischer Bergbau in Russland

Sächsischer Bergbau in Russland

 

Am 28. September 2016 hielt der emeritierte Chemnitzer Professor Dr. Dr. Friedrich Naumann im DRKI seinen Vortrag zum Thema „Sächsische Bergbaukunst im Dienste russischer Zaren“. Darin erläuterte er die engen historischen Zusammenhänge und den regen wissenschaftlichen Austauschs zwischen Sachsen und Russland auf dem Gebiet des Bergbaus. Das interessierte Publikum erfuhr dabei von den Auslandsreisen Peters des Großen, die 1725 gegründete Akademie der Wissenschaften und dem Befehl von August dem Starken an die Kurfürstlichen Räte, „Handwerksleute nach Moskau zu senden“ (1699). Prof. Naumann erläuterte den Aufbau einer Bergbauverwaltung und welche Berufe dafür benötigt werden. Die meisten dieser speziellen Berufe sind im Russischen fast eins zu eins aus dem Deutschen entlehnt. Im Vortrag fielen viele Namen bedeutender Sachsen, die in Russland gewirkt hatten, u.a. vom Oberberghauptmann Carl Alexander von Schönberg, der die Bergbauverwaltung in Russland aufbaute. Des Weiteren erzählte Prof. Naumann, dass 1773 die Bergbau-Lehranstalt Gornij in St. Petersburg nach dem Vorbild Freibergs gegründet wurde und in dieser Zeit allgemein mit der Erforschung Russlands mit ausländischer Hilfe begonnen wurde. Ende des 18. Jhs. waren 1/5 der Fachleute des ingenieurtechnischen Personals Deutsche. Auch hob Prof. Naumann die Wichtigkeit der Stadt Freiberg für die russischen Studenten hervor: 1706 wurden erste russische Studenten nach Freiberg entsandt, von 1765-1835 gab es dort 801 Russen – 11% aller inskribierten Studenten. Auch Michail Lomonossow zählt dazu, der 1739/1740 nach Freiberg kam. Lomonossow hatte dort aufmerksam die Standardschriften zum Bergbau von Agricola studiert und dessen Zeichnungen auffallend nachgeahmt in seinem Werk zum Bergbau verwendet.
Prof. Naumann, der bis 2005 Professor für Wissenschafts-, Technik- und Hochschulgeschichte an der TU Chemnitz war, erzählte am Ende vom 2014 eröffneten Lomonossow-Haus in Freiberg, welches eine Wohn- und Begegnungsstätte für bis zu 16 russische Studenten und Wissenschaftler als auch einen historisch nachempfundenen Salon zu Ehren von Michail Lomonossow beherbergt. Das DRKI war damals übrigens bei der Einweihung zugegen gewesen.