Warum Syrien?

Warum Syrien?

„Wir werfen einen Blick auf die außenpolitische Situation in Syrien, es handelt sich um keine innenpolitische Stellungnahme“, stellten die Autoren Uwe Markus und Ralf Rudolph zu Beginn ihrer Buchvorstellung „Warum Syrien?“ am 1. März 2017 im DRKI klar. Beide waren zum dritten Mal im DRKI zu Gast. Im komplett gefüllten Saal skizzierten die Autoren die prägenden Ereignisse und Konflikte, die zur heutigen Lage in Syrien mitbeigetragen haben. Die zahlreichen Besucher – darunter auch syrische Flüchtlinge – erhielten einen Einblick in die Geschichte Syriens und in die Rolle Russlands in diesem Krieg, den beide Autoren als „Stellvertreterkrieg um die Regeln der zukünftigen Weltordnung“ bezeichneten. Beide hoben die Bedeutung der Rohstoffe hervor – was hat die geplante und nicht verwirklichte Katar-Türkei-Pipeline mit dem Krieg zu tun? Den Gästen wurde anhand vieler Beispiele veranschaulicht, dass hinter diesem Krieg, der unter dem Deckmantel der Humanität geführt wird, unterschiedliche Interessen verschiedener Akteure stehen. So auch bei Russland. Der Marinehafen Tartus, das Geschäft mit russischer Armeetechnik in Syrien sowie das Verhindern der Beteiligung kaukasischer Extremisten in Syrien nannten die Berliner Autoren als Gründe, weshalb Russland sich dort beteilige. Beide stellten klar, dass Russland ab dem Moment, als der Staat Syrien zu zerfallen drohte, in Syrien eingezogen war, da es kein Interesse an einem maroden Staat habe. Im Laufe des Abends streiften die Autoren außerdem die Themen Islamischer Staat, die verwendete Waffentechnik sowie die Allianzen verschiedener Staaten und Volksgruppen und sprachen noch lange mit den Gästen über die Rollen der verschiedenen Akteure in dem Krieg in Syrien. Die Veranstaltung war der Auftakt für das 2017 im DRKI durchgeführte Projekt „Dialog der Zivilisationen“, bei dem Einheimische, Migranten...
25 Jahre Zerfall der UdSSR

25 Jahre Zerfall der UdSSR

Am 15. Juni fand im DRKI eine Buchvorstellung mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Dr. Thomas Kunze (Regionalbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung für Zentralasien in Taschkent) und der Schweizer Fernsehjournalist Thomas Vogel stellten ihr aktuelles Buch „Das Ende des Imperiums. Was aus den Staaten der Sowjetunion wurde“ vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Heinz Eggert, ehemaliger sächsischer Innenminister. Unter den zahlreichen Gästen war auch Dr. Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtags, der nach der Buchvorstellung mit Heinz Eggert und den Autoren rege im Podium diskutierte. Der DRKI-Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Schälike wies in seiner Begrüßung auf die fatalen schlechten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland hin, die auch die Kulturarbeit beeinträchtigten. Anschließend erläuterten die beiden Autoren im vollen DRKI-Saal, warum die 15 Sowjetrepubliken unterschiedliche Entwicklungen durchgemacht haben. Thomas Vogel berichtete über die zielorientierte und erfolgreiche Demokratisierung der baltischen Länder, während Thomas Kunze über Besonderheiten der zentralasiatischen Länder und deren Spannungsfeld zwischen sowjetischem Erbe und muslimischen Einflüssen sprach. Die Situation Russlands in den ersten Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion, das unglückliche Auftreten des Präsidenten Boris Jelzin und die Erfolge Wladimir Putins in der Außen- und Innenpolitik waren ebenfalls Thema. Thomas Kunze erläuterte außerdem, dass in vielen mittelasiatischen Ländern nach dem Zerfall eine neue Identität/Kultur/Geschichte gefunden werden musste, was u.a. zu einem Personenkult wie in Turkmenistan führte (da das Land kaum nationale Geschichte vorweisen konnte). Thomas Vogel berichtete anschaulich über seine Reise in die Republik Transnistrien, die die Nostalgie nach der Sowjetunion aufrechterhält. In der Diskussion erläuterte auch Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler seine Sicht und betonte die Wichtigkeit Russlands als Partner insbesondere auch für Sachsen. Das Herausarbeiten gemeinsamer Werte sei für die künftige Zusammenarbeit aufgrund der...