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Rede des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Prof. Dr. Milbradt zur Enthüllung des Dostojewskij Denkmals in Dresden am 10.10.2006

Ich freue mich, Sie hier bei der Enthüllung des Dresdner Dostojewskij-Denkmals begrüßen zProf.Dr.Milbradtu können.
In den letzten 300 Jahren haben in Dresden viele Russen ihre Spuren hinterlassen. Im 19. Jahrhundert entstand sogar eine russische Kolonie mit mehr als 1500 Mitgliedern. Noch heute zeugt die Russisch-Orthodoxe Kirche in der Seevorstadt von dieser Zeit.
Fjodor Dostojewskij war einer der vielen russischen Künstler, die zeitweise in Dresden gelebt haben. Ich freue mich deshalb, dass eine dieser vielen Spuren mit dem Dostojewskij-Denkmal sichtbar gemacht wird. Sogleich bringt das Deutsch-Russische Kulturinstitut e. V. eine Dokumentation über bedeutende russische Persönlichkeiten in Dresden heraus. Damit wird ein faszinierender Teil Dresdner Geschichte wieder für viele Menschen erlebbar, für die Dresdner wie für die Gäste dieser Stadt. Es ermuntert dazu, sich dem Werk Dostojewskijs zu zuwenden, dem Propheten des 20. Jahrhunderts, wie ihn der Franzose Albert Camus genannt hat. Sogleich lädt das Denkmal dazu ein, alte sächsisch-russische Verbindungen neu zu entdecken. Wer weiß denn schon, dass die Freitreppe zu Brühlschen Terrasse vom russischen Generalgouverneur Fürst Repnin-Wolkowskij gebaut worden ist. Der Grund war ganz einfach: die Sachsen haben bei den Napoleonischen Kriegen zu spät die Seite gewechselt und waren deswegen von den Russen besetzt worden. Dieser Fürst war hier der Herrscher für eine gewisse Zeit, nachdem die Franzosen abgezogen waren.
So gibt es noch viele historische Verbindungen zwischen Dresden und Russland zu entdecken. Und das Dostojewskij-Denkmal weist auf diese Spuren hin. Ich möchte mich ganz herzlich bei den Initiatoren dieses Denkmals bedanken, nämlich bei dem Deutsch-Russischen Kulturinstitut e. V. und insbesondere bei dem Ehepaar Schälike.
Ich freue mich, dass es mit der Hilfe großherziger Sponsoren gelungen ist, dieses Denkmal zu errichten. Auch ihnen einen herzlichen Dank. Es ist mir eine große Ehre, das Denkmal heute im Beisein von ihnen, Frau Bundeskanzler und von ihnen, Herr Präsident, einzuweihen und der Öffentlichkeit übergeben zu dürfen.
Dostojewskij hat bekanntlich in Dresden und St. Petersburg gelebt. Der Petersburger Dialog, der in diesem Jahr in Dresden stattfindet, ist also der geeignete Rahmen, ein solches Denkmal zu enthüllen, was ich gleich anschließend auch tun werde.