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Fjodor Dostojewskij und seine Zeit in Dresden

Nirgendwo hielt sich Dostojewskij länger im Ausland auf als in Dresden. Während seiner ersten Auslandsreise 1862 besucht er Dresden auf dem Weg zur Weltausstellung in London. Bereits im Oktober 1863 macht er erneut Station in der sächsischen Metropole. Kurz nach seiner Hochzeit mit der jungen Anna Snitkina flieht er 1867 vor Gläubigern nach Europa und hält sich zwei Monate in Dresden auf. Von 1869 bis 1871 lebte die Familie Dostojewskij fast zwei volle Jahre in Sachsens Residenzstadt. Im September 1869 wird die Tochter Ljubov hier geboren und in der russisch-orthodoxen Gemeinde der Stadt Dresden getauft. Über das Leben der Familie in Dresden gibt es ausführliche Informationen in den Büchern Anna Dostojewskijs: „Tagebücher. Die Reise in den Westen." und „Erinnerungen". Die Häuser und Straßen, in denen Dostojewskij seinerzeit wohnte und wirkte, wurden beim Bombenangriff im Februar 1945 völlig zerstört. Seine Lieblingsplätze, die er bei seinen täglichen Spaziergängen mit Vorliebe aufsuchte - die Brühlsche Terrasse, der Große Garten und das „Italienische Dörfchen" - sind auch heute für viele Besucher Dresdens bevorzugte Ziele. Viele wandeln, ohne es zu wissen, auf den Spuren des weltberühmten Schriftstellers. Nach den Erinnerungen seiner Frau ging er in Dresden, das er sehr geliebt habe, besonders gern in die Gemäldegalerie. An der Sixtinischen Madonna habe er sich nicht satt sehen können. In seiner Dresdner Zeit entstanden zwei Werke: „Der ewige Gatte" und die erste Fassung des bis in unsere Tage prophetischen Werkes „Die Dämonen".