Vortrag von Prof. Dr. Erhard Hexelschneider: "Die Stadt selbst gefällt mir sehr gut"
23.09.09 | 19.00 Uhr
Zittauer Straße 29
01099 Dresden
Sergej Rachmaninov in Dresden.
Am Mittwoch, 23. September 2009, stellte der Slawist Prof. Dr. Erhard Hexelschneider aus Leipzig im Deutsch-Russischen Kulturinstitut Dresden biografische Notizen aus dem Leben und Wirken des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow (1873-1943) vor. Der Musiker lebte in den Sommermonaten von 1906 bis 1909 und dann noch einmal nach der Oktoberrevolution von 1922 bis 1929 in Dresden, komponierte hier wichtige Werke seines Schaffens und sprach stets mit Hochachtung vom reichen Musikleben in Sachsen. Hexelschneider - früher Direktor des Herderinstitutes und Lehrender an der Universität Leipzig - wies auch auf den neuen Roman des Dresdner Autors Klaus Funke hin, der in seiner Biografie Rachmaninows „Zeit für Unsterblichkeit" einige weiße Flecken des Künstlerlebens erhellen konnte. Dennoch bleibt noch einige wissenschaftliche Arbeit über Rachmaninow und Dresden zu tun übrig, der sich Hexelschneider in naher Zukunft widmen will.
Für die Dresdener interessant: Der Komponist, Pianist und Dirigent lebte in den Sommermonaten der Jahre 1922 bis 29 bei seinen Schwiegereltern Satin in der Villa „Fliederhof" auf der Goetheallee (damals Emserallee) im Stadtteil Blasewitz; und seine Tochter Irina heiratete in der Russisch-Orthodoxen Kirche zu Dresden. - Der Vortragende bedauerte, dass es die sächsische Landeshauptstadt bisher nicht geschafft hat, ein kleines Museum für Rachmaninow einzurichten bzw. eine Straße der Stadt nach ihm zu benennen, lebte er doch länger als Fjodor Dostojewski an der Elbe, dem jüngst hier ein Denkmal gewidmet worden ist.