• DRKI e.V.

    Deutsch-Russisches Kulturinstitut e.V.

    Zittauer Straße 29
    01099 Dresden

    Tel.:0351 - 801 41 60
    Fax :0351 - 804 75 88
    Mail:drkidresden(at)drki.de

Vernissage Erika Lust mit Sommerfest

05.08.2011 | 18.00 Uhr

Zittauer Str. 29
01099 Dresden

Diese Veranstaltung findet nicht statt.
Wegen großer Nachfrage wird die Ausstellung von Herbert Ernst Kamke bis zum 02. September 2011 verlängert.

Die aus Kasachstan stammende Malerin und Grafikerin, deren deutsche Wurzeln schon der Name verrät, wurde nicht nur durch ihre Gemäldereihe nackter Herrscherpersönlichkeiten und ihr jüngstes, skandalprovozierendes Bild „Frau Orosz wirbt für das Weltkulturerbe" über die Landeshauptstadtgrenzen hinaus bekannt.
In dieser Ausstellung widmet sich Frau Lust dem Thema der Tschastuschki.

Tschastuschki sind typisch russische, zumeist vierzeilige, oft politische Spottreime, deren Ursprünge bis in die Zeit der napoleonischen Kriege zurückreichen, die sich aber vor allem im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen und bis heute nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil russischen Volksguts entwickelt haben. Diese oft derben und anzüglichen kleinen Verse, welche stets die herrschenden Verhältnisse auf mal bissige, mal humorvolle Art aufs Korn nehmen, immer wieder auch verboten oder politisch vereinnahmt und doch nie totzukriegen, lesen sich zusammengenommen wie ein Abriss der russisch-sowjetischen Geschichte.
Der Russe lacht sich die Krise weg, so heißt es. Und neben Wodka und Musik war auch die Tschastuschka immer ein bewährtes Hausmittelchen in schweren und stürmischen Zeiten.

Frau Lust stützt sich bei ihrer Auswahl an Motiven weitgehend auf die Sammlung des Russen Anatolij Dimitriewitsch Wolkow (1923-2009), dessen Gesamtbestand weit über 50000 Tschastuschki umfasst. Vor allem erotischen und politischen Inhalts sind denn auch die meisten ihrer Werke, welche sie treffsicher illustriert und - zum besseren Verständnis auch für den heimischen Betrachter - mit deutschen Übersetzungen von Dr. res. nat. habil. Wolfgang Herrmann unterlegt.

Im Anschluß daran wird bei gutem Wetter im Hof des Instituts ein Gartenfest gefeiert, bei welchem es, ganz themenbezogen zur Ausstellung, einen Tschastuschki-Wettbewerb geben soll.
Tschastuschkis sollen vorgetragen werden. Musikalisch begleitet. Von jedermann, der welche kennt, selbst welche kreiert oder einfach nur improvisiert. Natürlich dürfen sich auch deutsche Interpreten an den derben Reimen versuchen, existiert doch auch in hiesigen Landen bereits eine kleine, aber wachsende Szene an Tschastuschki-Liebhabern. Und seit 2009 gibt es in Stötteritz bei Leipzig den „Tschastuschki Grand Prix Deutschland", initiiert vom legendären Poetry-Slam-Aktivisten Volly Tanner.