Seit 10 Jahren steht das Dostojewskij-Denkmal zwischen Sächsischem Landtag und dem Kongresszentrum an der Elbe, aber nur wenige wissen, warum. Das DRKI hat deshalb eine Infotafel auf Deutsch, Russisch und Englisch erstellen lassen, die am 11. November 2016, dem 195. Geburtstag von Dostojewskij, enthüllt wurde. Am späten Nachmittag versammelten sich Vereinsmitglieder und geladene Gäste rund um das Denkmal. Darunter war der ehemalige Dresdner Oberbürgermeister Dr. Ingolf Roßberg, der gemeinsam mit dem DRKI-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Schälike die Infotafel enthüllte. Beide erinnerten in ihren Ansprachen an die Herausforderungen, mit denen das DRKI für die Errichtung des Denkmals zu kämpfen hatte. 10 Jahre hatten die Bemühungen um die Errichtung gedauert. Die Enthüllung des Denkmals hatte am 10. Oktober 2006 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt stattgefunden (siehe Seite Projekte).
Auch der amtierende Leiter des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kunst in Berlin Alexander Anisimov sowie eine Vertreterin des Russischen Generalkonsulats in Leipzig gedachten in ihren Ansprachen an die Bedeutung des Denkmals und dankten Herrn Schälike und seiner Frau für ihre Bemühungen. Anschließend legten die Gäste Blumen am Denkmal nieder.

Danach wurde im DRKI der vereinseigene Film über die Enthüllung des Denkmals erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Die Gäste lauschten den gefilmten Reden von Merkel, Putin und Milbradt interessiert. Danach trug Michael Zschech eine Passage aus Dostojewskijs „Idiot“ vor. Virtuose russische Klaviermusik gespielt von der Petersburger Pianistin Elena Rubinova sowie ein reichlich gedeckter Buffett-Tisch rahmten die Festveranstaltung stimmungsvoll ein. Auch Dr. Werner Barlmeyer, ehemaliger Kulturamtsleiter von Dresden, war unter den Gästen.

Im Anschluss fand die Vernissage der Fotoausstellung „Lichte Nacht“ der Petersburger Fotografin Ljudmila Volkova statt. Diese Ausstellung zeigt das DRKI gemeinsam mit der Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur in Moskau. Dort wurde diese Ausstellung auch konzipiert und gezeigt. Die Kuratorin der Ausstellung Maria Popova erklärte den Gästen die Ausstellungsarbeit der Bibliothek sowie die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Ljudmila Volkova. Im Rahmen der Reihe „Kulissen von Klassikern“, bei denen ein literarisches Werk aus fotografischer Perspektive gezeigt wird, sind mehrere Fotoalben entstanden. Drei Stück über Werke von Gontscharow und Gogol überreichte Frau Popova Dr. Schälike für die Dostojewskij-Bibliothek. Die Künstlerin Ljudmila Volkova erklärte anschließend die Konzeption ihrer Ausstellung „Lichte Nacht“: Sie basiert auf Dostojewskijs Erzählung „Weiße Nächte“. Jede Schwarz-Weiß-Fotografie entspricht einer aktuellen Adresse in St. Petersburg und wird von einem Zitat aus der Erzählung begleitet. Da 2016 das offizielle Jahr des Kinos in Russland ist, wird die Ausstellung zudem von Bildern aus der Verfilmung „Weiße Nächte“ von Pyrev aus dem Jahre 1959 begleitet. Dieses besondere Zusammenspiel verschiedener Kunstformen und der neuartige Zugang zur Literatur Dostojewskijs beeindruckte das Publikum sehr.

Am 13. November 2016 legten der russische Botschafter Wladimir Grinin, der russische Generalkonsul aus Leipzig Wjatscheslaw Logutow sowie der Präsident des sächsischen Landtags Dr. Matthias Rößler Blumen am Denkmal nieder und gedachten Dostojewskij als bedeutenden Schriftsteller. Grinin und Logutow waren anlässlich der Gedenkveranstaltung des Volkstrauertags nach Dresden gekommen. Dr. Schälike erläuterte ihnen anschließend die neu errichtete Infotafel.