Traditionell findet am ersten Sonntag im Oktober im DRKI das Zwetajewa-Lagerfeuer zu Ehren der russischen Nationaldichterin Marina Zwetajewa statt, bei dem ihre Gedichte in verschiedenen Sprachen vorgetragen werden. Weltweit wird das Lagerfeuer von Zwetajewa-Freunden begangen. Im DRKI fand es am 2. Oktober 2016  bereits zum 11. Mal statt. Diesmal gab es besonders viele internationale Darbietungen.

Nach der offiziellen Begrüßung vom DRKI-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Schälike trug Abiturientin Elisabeth Gerschkovitsch ein Gedicht von Zwetajewa in Deutsch und Russisch vor. Danach gab es Kammermusik im DRKI-Saal, da Zwetajewa in einem musikalischen Haus aufgewachsen war. Laienmusikerin Elvira Rakova trug zwei Zwetajewa-Vertonungen von A. Petrov vor, bei denen sie sich selbst am Flügel begleitete. Danach boten Elena Rubinova und Sergej Nikulin, die beide das Rimskij-Korsakov-Konservatorium in St. Petersburg absolviert haben, am Klavier und Fagott mehrere Stücke, u.a. von Grovlez, dar. Das Dresdner Duo L’Anima Lirica (Anna Ryndyk und Maria Möller) trugen Arien aus russischen Opern vor.

Danach ging es trotz regnerischem Wetter in den Vereinsgarten zum Lagerfeuer. Praktikantin Greta Spieker gab dem Publikum einen allgemeinen Einblick in die Biographie Zwetajewas, anschließend erzählte Zwetajewa-Expertin Elena Beleninova aus Leipzig über die Beziehung der Dichterin zur Krim. So hatte Zwetajewa auf der Halbinsel ihren schönsten Sommer verbracht und viele Gedichte geschrieben. Unter der Moderation von Kulturmanagerin Freyja Ebner gab es anschließend ein buntes internationales Programm, das nicht nur Zwetajewa, sondern auch anderen Dichtern gewidmet war: Elena Demaria aus Italien trug zwei Gedichte von Zwetajewa auf Italienisch und Russisch vor. Anschließend gab es zum ersten Mal im DRKI Zwetajewa-Gedichte auf Arabisch von Salem Al Saad aus Syrien zu hören. Dr. Björn Haustein erzählte über Zwetajewas Vater und dessen gute Beziehungen zur Stadt Dresden. Venera Vagisova trug eindrucksvoll Gedichte des tatarischen Dichters Mussa Dzhalil auf Tatarisch, Russisch und Deutsch vor. Joevan Caitano aus Brasilien las etwas vom portugiesischen Nationaldichters Fernando Pessoa vor und Greta Spieker gab etwas von Brodsky auf Englisch zum Besten. Auch hörten wir ein Gedicht auf Obersorbisch von Gordian Krahl. Viele weitere Gäste trugen etwas vor und machten das 11. Zwetajewa-Lagerfeuer richtig international.